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5 Fragen an Anne und Sina Nitschke, Bestattungsinstitut Heinz Nitschke

1994 übernahm Anne Nitschke zusammen mit ihrem Mann Heinz das Bestattungsinstitut Nitschke im nordrhein-westfälischen Neuenkirchen von ihrer Schwiegermutter. Ihre Tochter Sina war von klein auf mit dabei, absolvierte mit 24 Jahren ihre Prüfung zur Bestattermeisterin. Die einfühlsame Art der beiden Frauen und ihre Liebe zum Detail, mit der sie beispielsweise aus Trauerdrucksachen und individuellen Fotobüchern kostbare Erinnerungsschätze entstehen lassen, führt Kunden auch außerhalb ihres direkten Einzugsgebiets zu ihnen. Lernen Sie mit uns das Bestattungsinstitut Nitschke kennen und freuen Sie sich auf echte Frauenpower-Tipps von Anne und Sina Nitschke!

Anne, was macht die neue Bestatter-Generation, zu der Ihre Tochter gehört, aus?

A. N. Die jungen Bestatterinnen und Bestatter sind weltoffener, nicht mehr so steif und förmlich. Sie gehen selbstverständlicher und lockerer mit dem Thema Tod um und sprechen es ganz offen an – wie bei Vorsorgen zum Beispiel. Auch ist es schön zu sehen, dass immer mehr Frauen mit dabei sind. Außerdem geht die junge Generation mit dem „Digitalen“ wie selbstverständlich um und ist sehr gut ausgebildet. Als ich damals startete, war ich Quereinsteigerin und musste mir erst alles hart erarbeiten, die Ausbildungen zur Bestattungsfachkraft oder zum Bestattermeister, wie wir sie heute kennen, gab es da noch nicht. Jetzt bringen die jungen Leute unglaublich viel fachliches Know-how mit in den Betrieb.

Sina hat dazu noch in anderen Bestattungshäusern gearbeitet und mit ihrem gesammelten Wissen bei uns frischen Wind reingebracht. Man wird ja mit der Zeit etwas betriebsblind. Sina blickte aus einer neuen Perspektive auf alles und kam mit vielen guten Verbesserungsvorschlägen, von denen wir die meisten nach und nach umgesetzt haben. Denn unser Motto lautet: Stillstand ist Rückstand. Wir mussten etwas investieren und das hat sich gelohnt! So haben wir mit PowerOrdo unsere Auftragsbearbeitung wesentlich effektiver gestaltet – ich weiß gar nicht mehr, wie wir das früher gemacht haben. Dann haben wir uns für eine Flex-Website von Rapid entschieden, die wir zukünftig noch weiter ausbauen wollen. Die Online-Services des MAX Paketes haben dann vieles für uns verändert. Beispielsweise hat das Gedenkportal ganz viel mit den Menschen hier gemacht. Ich bin sehr stolz auf meine Tochter, dass sie so viel für uns bewegt hat.

Sina, wie reagieren denn die Kunden auf Sie als junge Bestattermeisterin und wie kriegen Sie Beruf und Kind unter einen Hut?

S. N. Hier in der Region gibt es viele männliche Bestatter. Mein Vater kümmert sich hauptsächlich um die Grabpflege und um die Überführung, hygienische Versorgung des Verstorbenen und die Begleitung der Trauerfeier – meine Mutter und ich sind somit als Bestatterinnen-Gespann unterwegs. Das fällt auf und kommt an. Von vielen Kunden hören wir, wie angenehm sie es empfinden, von Frauen beraten und begleitet zu werden. Es gibt auch Fälle, in denen speziell ich angefragt werde. Beispielsweise ist, mehrere Orte entfernt, eine Mutter gestorben. Ihre beiden Töchter sind ungefähr in meinem Alter. Sie wollten gerne mich als ihre Bestatterin. Und das hat einfach gepasst. Durch unsere enge Zusammenarbeit wurde der Abschied unvergesslich.

Dank meiner Familie kann ich in meinem Traumberuf arbeiten und eine gute Mutter sein. Genau wie ich wächst meine Tochter Clara in unserem Bestattungsinstitut auf. Mal hab‘ ich sie neben mir im Laufstall, mal passen mein Mann, mein Vater, mein Bruder oder meine Mutter auf sie auf.

Ihnen ist es sehr wichtig, das Andenken an einen Menschen zu bewahren – wie unterstützen Sie die Trauernden dabei?

A. N. Man kann fast alles wiederholen – nur die Beerdigung nicht. Jeder Abschied ist einzigartig. Darum tun wir alles dafür, dass dieser Abschied zu dem Verstorbenen passt und liebevoll an ihn erinnert. Dabei gehen wir auf die Wünsche der Trauernden ein, greifen das Lieblingshobby ihres verstorbenen Angehörigen beispielsweise in der Deko auf und sind offen für Abschiedsrituale wie Luftballons am Grab aufsteigen zu lassen. Kurz: Wir versuchen alles möglich zu machen, damit der Abschied selbst zur schönen Erinnerung wird.

S. N. Bei der Aufbahrung stellen wir eine handgefertigte Kerze mit dem Namen und Sterbedatum des Verstorbenen auf und überreichen sie nach der Trauerfeier als Geschenk. Auch geben wir den trauernden Familien die Möglichkeit, die Urne individuell zu gestalten oder besorgen Fingerfarben, mit denen die Kinder den Sargdeckel bemalen können. Als kleinen Seelentröster schenken wir den Kindern ein Stofftier. Außerdem haben viele unserer Urnen ein extra Deckelchen, in das kleine Erinnerungsstücke hineingelegt werden können.

A. N. Ein wunderbarer Weg, das Andenken an einen Menschen zu bewahren ist dazu unser Gedenkportal. Wir selbst sind immer ganz gerührt, wenn in den Beiträgen und Bildern auf den Gedenkseiten noch einmal an die Verstorbenen erinnert wird. Diese Seiten sind immer greifbar. Das Andenken verschwindet hier nicht, es bleibt an diesem Ort der Erinnerung für die Trauernden erhalten.

Ihre Erinnerungsbücher werden zu sage und schreibe 100% nachbestellt – wie stellen Sie das an?

S. N. Jedes unserer Erinnerungsbücher ist einzigartig. Wir bilden immer die Kerzentexte von der Gedenkseite ab und greifen auch mal das liebste Hobby in Text und Bild auf. So stammt beispielsweise die Zeichnung in dem Buch, das wir hier zeigen, von der Verstorbenen. Eine Doppelseite zeigt den Himmel am Tag des Abschieds – da sind unsere Kunden jedes Mal ganz gerührt.

Den Blumenschmuck stellen wir auf einzelnen Fotos dar und heben dabei die Schleife hervor. Wenn die Urne mit einem Spruch graviert ist, setzen wir ihn im Fotobuch noch mal in Szene. Die Software gibt uns einfach viel Raum, um kreativ zu sein – das macht Spaß!

A. N. Das erste Erinnerungsbuch überreichen wir im Abschlussgespräch als Geschenk in einer Mappe zusammen mit allen wichtigen Unterlagen. Das Buch wird zu fast 100% mehrfach von den Familienmitgliedern nachbestellt, es sei denn, die Angehörigen wohnen alle in einem Haushalt. Unsere Erinnerungsbücher werden häufig wieder zur Hand genommen und herumgezeigt – und dabei ist unser Name immer präsent.

Haben Sie noch ein paar Tipps, die Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen mit auf den Weg geben möchten?

A. N. Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck. Als kleiner Betrieb konnten und können wir uns gegenüber unseren Mitbewerbern durch unsere Liebe zum Detail und unsere besonderen digitalen Services behaupten. Wir nehmen gerne und bewusst am gesellschaftlichen Leben teil. Man trifft uns auf dem Friedhof, im Laden um die Ecke, überall im Alltag. Wir sind der kleine Bestatter zum Anfassen. Nah an den Menschen. So was ist gerade in Regionen, wo sich jeder irgendwie kennt, sehr wichtig.

Zu unserem Tag der offenen Tür stellen wir 200 Kerzen auf. Darauf steht der Spruch: „Achte auf das Kleine in der Welt, das macht das Leben reicher und einfacher.“ Mit dieser Achtsamkeit und Offenheit sollten auch Bestatterinnen und Bestatter ihr Unternehmen führen. Details zählen, machen euch besonders, heben euch von den Mitbewerbern ab. Ich weiß nicht, wo wir heute stehen würden, wenn wir Sinas Ideen abgeblockt hätten. Darum lege ich euch ans Herz: Seid offen für die Tipps der Jüngeren!

Vielen Dank, liebe Familie Nitschke, für diese spannenden Einblicke!

www.nitschke-bestattungen.de

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