Matomo

5 Fragen an Katrin Stichtenoth, Bestattungen Stichtenoth

Katrin und ihr Mann Sven Stichtenoth aus Dransfeld im Landkreis Göttingen führen die Tischlerei Steffen und das Bestattungshaus Stichtenoth in 5. Generation. Die beiden sind schon im gleichen Ort in den Kindergarten gegangen, mittlerweile seit 25 Jahren verheiratet und haben einen 22-jährigen Sohn, der laut seinen Eltern „mit Bestattungen so gar nichts am Hut hat“.

Sven Stichtenoth ist zwar Geschäftsführer, aber die Frontfrau des Unternehmens ist Katrin Stichtenoth. Ganzer Stolz der beiden ist ihr selbst renovierter „Raum der Erinnerungen“ – eine ehemalige Synagoge. Warum das Fernsehteam vom NDR darauf aufmerksam wurde, vor welchen Herausforderungen Stichtenoth Bestattungen steht und was die Digitalisierung für das ländlich gelegene Unternehmen bedeutet, erzählt uns Katrin Stichtenoth in unseren 5 Fragen an …

Was ist das Besondere an diesem Ort und was hat er für Bestattungen Stichtenoth verändert?

Unser „Raum der Erinnerungen“ war bis 1937 eine Synagoge, danach eine katholische Kirche, dann eine Werkstatt und ist nun seit 2022 unser Raum für Abschiednahmen und Trauerfeiern. Wir haben diesen Raum mit höchster Sorgfalt und größtem Respekt vor seiner historischen Bedeutung zwei Jahre lang selbst renoviert.

Uns hatte es immer gestört, dass wir auf öffentliche Räumlichkeiten für Trauerfeiern und Abschiednahmen angewiesen waren. Dadurch waren wir in der Ausgestaltung der Feierlichkeiten eingeschränkter, wussten nie, wie gepflegt die Räumlichkeiten sind und mussten oft vor der Tür stehen und warten.

Durch unseren „Raum der Erinnerung“ haben wir diese Probleme nicht mehr und vor allem bedeutend mehr Trauerfeiern und Abschiednahmen als vorher. In Kooperation mit dem Dransfelder Forum 9. November brachten wir außerhalb von Tod und Trauer auch das Leben an diesen Ort. Durch Veranstaltungen wie Lesungen und Konzerte stehen wir jetzt mehr in der Öffentlichkeit. Das hat auch das NDR-Fernsehteam auf uns aufmerksam gemacht.

> Zum NDR-Bericht über den „Raum der Erinnerung“ ab Minute 20:24

Tablet oder Smartphone im Trauergespräch – wie stehen Sie dazu?

Geht für mich nicht mehr ohne! Ich tippe immer Daten im Trauergespräch ein. Vor allem dann, wenn ich den Trauernden einen Ordner mit beispielhaften Anzeigen überreiche, damit sie in Ruhe darin blättern können. Oft bereite ich sogar im Gespräch über meinen Abmelde-Assistenten online Vertragsab- und Ummeldungen vor.

Die Leute haben auch kein Problem damit – sie sind es schon gewohnt. Wenn sie zum Beispiel zur Sparkasse oder zum Arzt gehen, wird ja auch im Gespräch alles immer digital erfasst.

Was bedeutet für Sie die Digitalisierung der Bestattungsbranche?

Stressersparnis und Zeitersparnis. Wobei mir weniger Stress noch wichtiger ist. Wir sind mit unserem eher kleinen Unternehmen sehr eingespannt. Ein Bestatter im Nachbarort schließt sein Geschäft und wir haben einen riesen Zuwachs an Bestattungen. Hinzu kommen die gestiegene Bevölkerungszahl und die starken Jahrgänge. Auch werden Trauerfeiern immer individueller und die Anforderungen an uns Bestatterinnen und Bestatter steigen weiter und weiter. Das macht unseren ohnehin schon anspruchsvollen Beruf nicht gerade einfacher.

Deshalb haben wir unser Bestattungshaus mit dem Software-Paket powerordoMAX komplett durchdigitalisiert. Von der Auftragsbearbeitung über die Erledigung von Formalitäten bis hin zur musikalischen Gestaltung des Abschieds und zur Trauerdruck-Abstimmung. Anders könnten wir das alles nur schwer bis gar nicht schaffen.

Mit Online-Services wie beispielsweise der Rapid Trauerfeier-Musik reagieren wir auf den steigenden Wunsch nach individuell gestalteten Abschiednahmen und machen unsere tägliche Arbeit ein ganzes Stück  einfacher. Die Angehörigen können über unser digitales Kunden-Center ihre Wunschtitel aus über 1,5 Millionen GEMA Titeln wählen und sie zeitlich vor, während und nach der Trauerfeier zuordnen. Die Titelauswahl spielen wir dann online oder offline einfach über unsere Musik-App ab. Das heißt, wir müssen keine Musikstücke mehr zeitaufwendig heraussuchen, uns nicht mehr mit USB-Sticks und dem Hin- und Her wegen der Musikauswahl herumschlagen.

Auch die digitale Trauerdruck-Abstimmung von Rapid spart uns so viel Ärger und Zeit. Für uns ist das wirklich ein Highlight!

Früher habe ich die Anzeigen ungestaltet an die Zeitungen gegeben, musste dann erst mal auf die Umsetzung warten, kontrollieren und korrigieren, weil sich Fehler eingeschlichen haben, wieder auf die Korrektur warten, die Anzeige mit den Angehörigen abstimmen, gegebenenfalls wieder korrigieren und wieder warten … Das war eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme hoch 65!

Heute gestalte ich die Anzeigen mit meinem leicht bedienbarem Trauerdruck-Programm Scrivaro, stimme sie schnell und einfach mit den Angehörigen über unser Online-Kunden-Center ab, dann gehen sie an die Zeitungen und werden genauso gedruckt.

Gerade wenn die Trauerfamilie größer war, war die Trauerdruck-Abstimmung per E-Mail oder Telefon der komplette Wahnsinn. Jetzt gibt’s kein Hin und Her mehr und die Trauerdrucksachen sind ansprechender und individueller.

Kennen Sie Bestatter, die gar keine Bestattersoftware nutzen?

Ich kenne tatsächlich einen – aber dem helfen wir mit unseren Softwarelösungen immer aus und übernehmen viele Aufgaben für ihn.

Ich weiß noch, als mein Mann 2022 die Ausbildung zum Bestattermeister in Braunschweig gemacht hat. Die Bestatterinnen und Bestatter sagten ihm dort: „Du brauchst PowerOrdo!“ Da haben wir uns gleich schlaugemacht und waren schnell überzeugt. In Zeiten von Corona wurden wir telefonisch geschult und schon ging‘s los. Ich möchte nie wieder ohne! In Excel darf man ja eigentlich auch keine Rechnungen schreiben, die müssen schließlich unveränderbar sein.

Und die ganzen Erleichterungen … ob die Terminabstimmung mit dem Pastor, die Beauftragung des Krematoriums, das Ausfüllen von Formularen, der ganze Zahlungsverkehr – so vieles ist durch PowerOrdo automatisiert. Das spart unglaublich viel Zeit und Nerven!

Möchten Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen noch etwas mitgeben?

Macht es euch nicht so schwer! Unser Beruf ist Herausforderungen genug. Ganz gleich, ob ihr ein kleines oder großes Bestattungshaus auf dem Land oder in der Stadt habt – nutzt die Digitalisierung für euch, wo ihr nur könnt!

Grundsätzlich würde ich mir auch sehr wünschen, dass wir gemeinsam noch mehr auf Transparenz und Qualifikation in unserer Branche setzen, um uns stärker gegen die vermeintlichen Billigbestattungen und die schwarzen Schafe unter uns zu positionieren.

Vielen Dank für diese spannenden Einblicke, liebe Frau Stichtenoth!

Weitere Informationen:
www.stichtenoth.de
www.rapid-data.de

Teilen Sie uns auch gerne

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren:

Podcast-Tipp: Das trauernde Gehirn

Zum Artikel

7 Tipps bei negativen Bewertungen

Zum Artikel

5 Fragen an Familie Jakobi, Bestattungsinstitut Jakobi

Zum Artikel