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5 Fragen an Thomas Stelzer, Queren & Sohn Bestattungen

Queren & Sohn in Stade war einst das älteste, aber auch das kleinste Bestattungshaus im Umland. Heute ist es mit 6 Firmierungen an 8 Standorten eines der größten Bestattungsunternehmen der Region. 2002 stieg Thomas Stelzer fest in den Betrieb seiner Eltern ein und übernahm ihn 2021 offiziell. Seitdem führt er das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau Svenja. Der ehrgeizige Bestatter, der gerne mal seine eigene Trauerrede hören würde, ist sozial sehr engagiert und absolut sportbegeistert. So sehr, dass er sich nicht mit einem „normalen“ Marathon zufriedengibt, sondern gleich einen 100-km-Ultramarathon läuft. Thomas Stelzer hat mit uns über seine Passion zum Sport, Social Media, die Digitalisierung und vieles andere gesprochen und wir haben gespannt zugehört.

Herr Stelzer, Sie haben uns gesagt, Bestatter sein ist wie ein Marathon. Warum ist das so?

Ganz einfach deswegen, weil man sämtliche Gefühlswelten bei einem Marathon durchlebt und das geht mir als Bestatter genauso. Beim Marathon laufe ich voller Emotionen, Euphorie, aber auch mit Zweifeln los. Und dann kommen Durststrecken. Einem wird durch Mitläufer und Zuschauer geholfen und am Ende kommt man voller Kraft ans Ziel und hat alles Leiden vergessen. Genauso geht’s mir im Bestatteralltag.

Ob beim Marathon oder in unserem Job – auf jeden Fall muss die Basis stimmen. Du brauchst Rückhalt von der Familie, von Freunden und vor allem das passende Equipment.

Wie als Marathonläufer setzt man auch als Bestatter manchmal auf die falsche Technik. Diesen Fehler habe ich gemacht und der hat uns aufgehalten. Als die richtige Technik gefunden war, ging es auch richtig voran.

Was sagen Sie zu Vorurteilen wie: Online-Services sind nichts fürs Dorf und schon gar nichts für Ältere?

Egal, ob auf dem Dorf oder in der Stadt – jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür! Online-Services wie das Kunden-Center, Gedenkportal oder die Trauerfeier-Musik von Rapid Data sind einfach eine Win-Win-Lösung für uns und die Angehörigen. Ich bin selbst überrascht, wie viele Ältere in unser Gedenkportal schauen und wie sehr unser gesamtes digitales Angebot von den Familien genutzt wird. Fast alle Angehörigen stimmen die Trauerdrucksachen über das Kunden-Center mit uns ab und wir werden auch von über 80-Jährigen angesprochen, dass der Gedenkseiten-Link unbedingt mit in die Traueranzeige muss. Für uns hat das jedenfalls alles ein riesen Potenzial, uns von anderen abzuheben. So zeigen wir, wie modern wir sind und was mittlerweile alles in der Bestattungsbranche möglich ist. Das ist natürlich auch guter Stoff für Facebook und andere Medien.

Sie haben seit 2021 einen Facebook-Auftritt – wie wichtig ist für Sie Social Media geworden und welche Posting-Tipps haben Sie?

Es ist total wichtig, allerdings sind wir immer noch ein wenig unterrepräsentiert. Im Tagesgeschäft fällt das leider manchmal unter den Tisch. Aber wenn man es richtig macht, ist es ein echter Beschleuniger. Zum Beispiel organisieren wir immer Sachspenden für die Tombola beim Schützenverein. Ich habe dafür bei Expert eingekauft und mich vor der Filiale mit dem Geschäftsführer fotografieren lassen. In unserem Post kam dann noch ein Link zu Expert – die haben eine größere Community. Und das bedeutet, dass wir in einem größeren Umkreis wahrgenommen werden. Zukünftig wollen wir das Artikelportal von Rapid nutzen – hier können wir mit wenigen Klicks vorgefertigte Posts rund um die Themen Tod und Trauer auf unsere Seite bringen. Das ist immer ein guter Lückenfüller, wenn man mal keine Zeit hat, sich selbst etwas auszudenken.

Wie wird sich die Bestattungsbranche Ihrer Meinung nach in den nächsten Jahren verändern?

Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Das wird sich auch noch stärker in der Bestattungsbranche widerspiegeln. Bei den steigenden Energiepreisen müssen die Menschen den Gürtel enger schnallen. Als Bestatterinnen und Bestatter müssen wir für alle parat stehen und alles bieten können – von ganz einfach bis ganz aufwendig. Die Herausforderung wird dabei sein, immer einen würdevollen Abschied zu ermöglichen.

Ich bin selbst von der permanenten Entwicklung überrascht, in der sich die Bestattungsbranche befindet. Da ist es wichtig, sinnvolle Trends zu erkennen und für sich zu nutzen. Also immer schön die Augen aufhalten!

Möchten Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen noch etwas mitgeben?

Bleibt menschlich, empathisch und ganz dicht beim Kunden! Natürlich geht es bei unserem Beruf auch zum großen Teil ums Geschäft – davon leben wir schließlich. Aber wenn die Menschlichkeit wegbleibt und man alles nur noch geschäftlich sieht, muss man aufhören.

Wichtig ist auch die Demut dem Leben gegenüber. Meine Mutter sagt immer: „Je höher, desto platsch.“ Man darf nicht größenwahnsinnig werden, egal in welcher Branche, man hat immer mal eine Hochphase, aber es geht auch wieder runter. Und da sind wir wieder beim Marathon.

Vielen Dank, lieber Herr Stelzer, für diese spannenden Einblicke!

www.queren-sohn.de

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