5 Fragen an Jürgen Hetterich, Hetterich Bestattungen
Wie Jürgen Hetterich nach der Übernahme den Familienbetrieb digital neu aufstellte, Kapazitäten gewann und die Auftragszahlen vervierfachte – in 5 Antworten.

„Durch Digitalisierung habe ich meine Aufträge vervierfacht“
Auf seiner Gedenkseite könnte später einmal stehen: ‚Er war hilfsbereit und offen für Neues.‘ Genau das prägt seinen Weg: Statt auf Stillstand setzt Jürgen Hetterich vom Traditionshaus Hetterich Bestattungen in Zeil auf Veränderung. Schon mit neun Jahren half er seinem Vater beim Einsargen. 2020 übernahm er den Familienbetrieb, in dem heute auch sein Sohn und seine Schwester mitarbeiten. Mit der Geschäftsübernahme konnte er endlich seine Ideen realisieren. Mit großem Erfolg: Durch Digitalisierung stoppte er das Hamsterrad, schuf freie Kapazitäten und vervierfachte seine Auftragszahlen. Wie er diesen Wandel meisterte, welche messbaren Ergebnisse er erzielte und worauf er besonders stolz ist, verrät er im Interview.
Sie haben das Unternehmen von ihrem Vater übernommen. Wie verlief der Generationswechsel?
Mein Vater gehörte zur alten Generation Bestatter. Alles Neue wurde abgelehnt, Investitionen gescheut und am falschen Ende gespart. All die Jahre arbeiteten wir ohne Bestattungssoftware – es war sehr umständlich und mühsam. Als ich im Januar 2020 den Betrieb übernahm, war klar: Das muss sich unbedingt ändern.
Schon 2019 schaute ich auf der Messe in Mannheim alle Anbieter an und blieb bei Rapid Data hängen – ohne zu wissen, dass es der Marktführer war. Im März 2020 ging’s los: Einführung und Schulung komplett online wegen Corona, der Support war jederzeit an unserer Seite. Seitdem digitalisierten wir Schritt für Schritt unsere Prozesse und ich bin sehr froh, dass wir diesen Weg gingen.
Wieso haben Sie sich für die digitale Kundenbegleitung entschieden?
Am Anfang wollte ich das überhaupt nicht. Ich war im Kopf genauso ‚alt‘ wie viele Kolleginnen und Kollegen heute noch. Meine Schwester sagte gleich: ‚Das ist super, das machen wir!‘ Entscheidend war dann schließlich, dass eine entfernt lebende Freundin meiner Frau mir zur gleichen Zeit erzählte, wie begeistert sie vom digitalen Service des Bestatters war, der ihren Vater beerdigt hatte. Er gab ihr einen Link zum Abmelde-Assistenten, mit dem sie selbst alle Ab- und Ummeldungen bequem per Fingertipp erledigen konnte. Sie schwärmte so sehr davon, dass ich am nächsten Tag gleich Rapid Data anrief und mir das MAX Paket holte.
Was hat sich durch die Digitalisierung mit Rapid Data messbar für Sie verändert?
Unter anderem durch die Digitalisierung konnten wir unsere Aufträge vervierfachen. Denn dank der Software sparen wir bis zu zwei Stunden pro Sterbefall. Diese gewonnene Zeit ist Gold wert: Wir können Angehörige ganz in Ruhe ohne Zeitdruck begleiten und ihnen Raum für das Trauergespräch geben, statt den Trauerfall schnell ‚abarbeiten‘ zu müssen. Das kam und kommt sehr gut an.
Die freien Kapazitäten ermöglichten es uns, zwei Häuser zu übernehmen und unser Unternehmen weiterzuentwickeln. Ein Kollege, der noch mit Excel arbeitet, fragte erstaunt, wie wir das schaffen können. Meine Antwort: Mit einer guten Bestattersoftware.
Auch neue Mitarbeitende kamen gezielt zu uns, weil wir digital aufgestellt sind. Mittlerweile nutzen 80 bis 90 % unserer Kundinnen und Kunden das Online-Kunden-Center aktiv – inklusive Gedenkportal und digitaler Services.
Der Abmelde-Assistent ist ein echter Gamechanger: Selbst meine 75-jährige Schwiegermutter erledigte innerhalb einer Stunde alle Abmeldungen für meinen verstobenen Schwiegervater – von zahlreichen Verträgen bis hin zu noch so kleinen Vereinen. Und der Musik-Service für Trauerfeiern entlastet alle: Statt 257 Versionen von ‚Ave Maria‘ für die Angehörigen durchzuwühlen, können sie selbst einfach in die Titel reinhören, ihren Favoriten aus der großen Rapid Musikbibliothek wählen und zeitlich zuordnen.
Was macht Sie heute besonders stolz, wenn Sie auf Ihre Arbeit schauen?
Es macht mich stolz, dass meine Kolleginnen und Kollegen ganz viel bei mir ‚abschauen‘. Anfänglich grummelts im Bauch ob dieser vermeintlichen ‚Nachmacherei‘, aber dann denke ich: ‚Alles richtig gemacht!‘ Beispielsweise waren wir im Landkreis die ersten mit einem Gedenkportal, dann zogen viele nach. So war es auch mit unserem Instagram-Channel und vielen weiteren großen und kleinen Dingen.
Was möchten Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen noch gerne mitgeben?
Ganz ehrlich: Jan Böhmermann lag mit seiner Bestatter-Parodie gar nicht so daneben – unsere Branche ist in Teilen noch ziemlich verstaubt. Wer sich nur auf dem ausruht, was früher funktioniert hat, wird es heute schwer haben. Deshalb mein Rat: Probiert Dinge aus! Nutzt, was angeboten wird und gebt Neuem eine Chance. Wenn sich nach einer Weile zeigt, dass etwas nicht passt oder nicht angenommen wird – dann lasst es eben wieder los. Aber urteilen, ohne es selbst ausprobiert zu haben? Das bringt niemanden weiter. Mut zur Veränderung ist das Beste – damit helfen wir uns und den Angehörigen.
An dieser Stelle möchte ich mich auch bei meiner Familie und meinen Mitarbeitenden bedanken, dass sie mit mir neue Wege gehen. Ohne euch würde das ganze Konstrukt nicht funktionieren.
Und wir sagen auch danke, lieber Herr Hetterich, für diese spannenden Einblicke.
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