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Schaut mal, da fährt ein Sarg

Ein Sarg mitten im Straßenbild: Das Sarg-Fahrrad aus Oldenburg provoziert Blicke – und stellt die Frage, ob Offenheit den Tod enttabuisiert oder Grenzen überschreitet.

In Oldenburg hat ein Künstler ein Sarg-Fahrrad gebaut. Mit dem kann man einen Sarg quer durch die Stadt zum Friedhof fahren. Nicht mehr durch Vorhänge an den Scheibenfenstern des Bestattungswages dezent verborgen. Nicht mehr unauffällig in einem weißen Transporter, auf dem das Logo des Bestatters kaum auffällt. Nein, völlig offen, ohne Sichtschutz. Alle Nachbarn drücken sich die Nasen an den Fenstern platt. Ist das nun ein Tabubruch oder eine Entabuisieurng des Todes?

In früheren Zeiten hat der Trauerzug auf der Strasse den Verkehr aufgehalten. Jetzt drehen sich alle nach dem ökologisch korrekten Sarggefährt um. Wird so der Tod in die Gesellschaft zurückgeholt? Löst sich auf diese Weise die anerzogene Angst vor der Endlichkeit auf? Andererseits gibt es Leute, die sind so fahrradbegeistert, dass die letzte Fahrt im Auto ein Verrat am Lebenskonzept wäre. Ein Bestatter mit Sargrad kommt in die Presse. So verbindet sich das Friedhofsradeln als gelungenes Markting mit dem letzten Statement umweltbewusster Sterblicher.

Ramona Peglow
Creative Director
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