BDB und Rapid Data: Gemeinsam stark für ein zukunftsfähiges Bestatterhandwerk
Wie entstehen Lösungen, die Bestattungshäuser im Alltag wirklich entlasten? Im Interview sprechen BDB-Vizepräsident Torsten Lange und Rapid Data Geschäftsführer Christian Lang über die neue bema Schnittstelle, die Zukunft des Bestatterhandwerks und eine Digitalisierungspartnerschaft, die unsere Branche voranbringt.

Als offizieller Digitalisierungspartner des Bundesverbandes Deutscher Bestatter e. V. arbeiten wir seit vielen Jahren eng mit dem Verband zusammen. Was vor elf Jahren mit einem einzelnen digitalen Produkt begann, ist heute eine der prägenden Partnerschaften der Branche: Gemeinsam entwickeln wir Lösungen, die den Arbeitsalltag von Bestatterinnen und Bestattern vereinfachen. Das neueste Ergebnis unserer Partnerschaft ist die neue bema Schnittstelle. Damit ist finanzielle Vorsorge nun direkt aus der Rapid Data Bestattersoftware möglich.
Herr Lange, wie blicken Sie auf die mittlerweile 11-jährige Zusammenarbeit zwischen anfangs Columba durch die spätere Fusion mit Rapid Data und dem BDB zurück?
Torsten Lange: Die Columba kam mit einem völlig neuen Produkt, der Digitalen Nachlassverwaltung, auf uns zu und erweiterte damit unseren Blick auf die digitale Welt. Daraus entwickelte sich diese lange Kooperation, die von großem Vertrauen und einem steten Austausch geprägt ist.
Was darf die Branche konkret von dieser Partnerschaft erwarten – in diesem Jahr und darüber hinaus?
Torsten Lange: Dass durch den steten Austausch weitere Themenfelder erschlossen werden, die sowohl den Bestatterinnen und Bestattern die tägliche Arbeit erleichtern, als auch den Hinterbliebenen mehr Halt und Transparenz bieten.
Christian Lang: Bestatterinnen und Bestatter dürfen von uns vor allem eines erwarten: praxisnahe Lösungen, die gemeinsam mit der Branche entstehen. Die neue bema Schnittstelle ist dafür ein gutes Beispiel. Durch den engen Austausch mit dem BDB können wir Themen identifizieren, die Bestattungshäuser wirklich bewegen, und daraus Lösungen entwickeln, die den Arbeitsalltag einfacher, transparenter und effizienter machen.
Warum ist das neue bema VorsorgePortal ein wichtiger Schritt für die Bestattungsbranche – und welche Entlastung erwarten Sie für die Mitgliedsbetriebe?
Torsten Lange: In den letzten Jahren und Jahrzehnten hat unser Bundesverband ein Kompetenz- und Servicenetzwerk rund ums Thema Bestattungsvorsorge aufgebaut, das meiner Meinung nach weltweit einzigartig ist. Mit der Deutschen Bestattungsvorsorge Treuhand AG und dem Kuratorium Deutsche Bestattungskultur GmbH wurden zwei Organisationen geschaffen, die für absolute Verlässlichkeit stehen. Diese Verlässlichkeit haben wir nun im richtigen Moment ins 21. Jahrhundert katapultiert. Mit der modernen und intuitiven Vorsorgeplattform bema können unsere Mitgliedsunternehmen alle Angelegenheiten rund um die Vorsorge bequem online regeln, aus der eigenen Verwaltungssoftware heraus.
Damit werden Vorsorgen für alle Beteiligten noch niedrigschwelliger gemacht: Für uns Bestatterinnen und Bestatter, für die beteiligten Serviceeinrichtungen – und in erster Linie für die Menschen, die eine Vorsorge abschließen. Das ist aus meiner Sicht nicht nur ein wirtschaftlicher Gewinn für unser Handwerk, sondern vor allem eine noch weitere Verbesserung des Qualitätsversprechens, das hinter jeder Vorsorge steht.
Wie bindet Rapid Data das bema VorsorgePortal technisch ein, und welche konkreten Vorteile entstehen dadurch für Bestattungshäuser?
Christian Lang: Die größte Stärke der Schnittstelle ist, dass finanzielle Vorsorge dort verfügbar wird, wo Bestatterinnen und Bestatter ohnehin jeden Tag arbeiten: direkt in PowerOrdo. Kundendaten, Vorsorgedaten und Sterbefallinformationen müssen nicht mehrfach erfasst werden, wichtige Funktionen des bema VorsorgePortals stehen unmittelbar zur Verfügung.
Treuhandkonten, Kura-Schutzbriefe oder Sterbegeldversicherungen lassen sich per Klick einsehen, Rückfragen schnell beantworten, neue Vorsorgen direkt absichern und Auszahlungen digital beantragen. Das macht finanzielle Vorsorge für Bestattungshäuser einfacher, transparenter und deutlich komfortabler im täglichen Arbeiten.

Digital versus persönlich? Wie hilft Technik dabei, die Begleitung der Angehörigen sogar menschlicher zu machen?
Torsten Lange: Digitale Lösungen sind heute schon unerlässlich, um viele Abläufe im Betrieb zu verschlanken und zu vereinfachen. Diese Vereinfachung kommt unmittelbar den Angehörigen und Vorsorgenden zugute, da die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr Zeit für die individuelle Beratung und Begleitung haben.
Ich sehe digitale Angebote und Techniken gerade deshalb als absoluten Mehrwert für unser Handwerk, weil sie menschliche Kontakte nicht ersetzen, sondern sie ganz im Gegenteil noch mehr ermöglichen. Außerdem erlebe ich immer wieder, dass schnelle und unkomplizierte Prozesse nach einem Sterbefall von den Angehörigen als entlastend empfunden werden. Sie sehen, dass alles seinen Gang geht, und müssen sich in ihrer Trauer nicht auch noch Sorgen über bürokratische Abläufe machen.
Christian Lang: Gute Software ersetzt keine persönliche Begleitung – sie schafft Freiräume dafür. Wer weniger Zeit mit Dateneingaben und der Suche nach Informationen verbringt, gewinnt Zeit für das Gespräch mit den Angehörigen. Technik soll im Hintergrund arbeiten, damit Menschen im Vordergrund stehen können.
Digitalisierung ermöglicht darüber hinaus eine neue Form von Nähe. Über das Online-Kunden-Center sind Bestattungshäuser auch zwischen den persönlichen Terminen erreichbar. Und unser Gedenkportal öffnet den Kreis über die engsten Angehörigen hinaus: Freunde, Nachbarn oder ehemalige Kollegen teilen Erinnerungen, Geschichten und Fotos – oft solche, die der Familie sonst verborgen geblieben wären. Über die integrierte Spendenfunktion kann aus Anteilnahme konkrete Unterstützung werden, für gemeinnützige Organisationen oder die Trauerfamilie selbst.
Technik, die Menschen verbindet, Erinnerungen bewahrt und Unterstützung ermöglicht, macht die Begleitung von Angehörigen nicht unpersönlicher, sondern menschlicher.
Herr Lang, viele Bestatter berichten, dass sie mit Ihrer Bestattersoftware pro Sterbefall mehrere Stunden Zeit sparen. Wodurch entsteht diese Entlastung konkret?
Christian Lang: Die Entlastung entsteht vor allem dadurch, dass viele Arbeitsschritte nahtlos ineinandergreifen. Daten werden nur einmal erfasst und anschließend in den relevanten Prozessen weiterverwendet. Das verhindert doppelte Eingaben, reduziert Fehlerquellen und spart wertvolle Zeit.
Mit Lösungen wie dem Abmelde-Assistenten, dem Kunden-Center oder dem Gedenkportal lassen sich zahlreiche Aufgaben deutlich effizienter erledigen. Gleichzeitig greifen alle Systeme nahtlos ineinander, sodass Informationen jederzeit dort verfügbar sind, wo sie gebraucht werden.
Die Praxis zeigt, dass Bestattungshäuser dadurch mehrere Stunden pro Sterbefall einsparen können. Diese Entlastung entsteht nicht an einer einzelnen Stelle, sondern durch viele kleine Optimierungen im gesamten Prozess – von der Datenerfassung über die Dokumentenerstellung bis hin zur digitalen Zusammenarbeit mit Angehörigen. Für uns ist dabei entscheidend, wofür diese Zeit genutzt wird: für mehr Service, höhere Qualität und mehr Menschlichkeit.
Welche Innovationen stehen als Nächstes bei Rapid Data an?
Christian Lang: Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem kontinuierlichen Ausbau unseres ganzheitlichen Vorsorgekonzepts. Gemeinsam mit starken Partnern schaffen wir Lösungen, die die finanzielle, planerische und rechtliche Vorsorge miteinander verbinden. Die neue bema Schnittstelle deckt die finanzielle Vorsorge ab, mit unserem neuen Vorsorge-Center zielen wir auf die planerische Vorsorge und durch die Partnerschaft mit JURA DIREKT können Bestattungshäuser ihren Kunden auch bei der rechtlichen Vorsorge hochwertige Lösungen anbieten.
Gleichzeitig entwickeln wir unsere webbasierte Bestattersoftware Rapid Next und den integrierten, DSGVO-konformen KI-Assistenten stetig weiter. Welche Rechnungen sind überfällig? Welche Artikel müssen nachbestellt werden? Der KI-Assistent kann genau solche Fragen in Sekunden beantworten und wird Bestatterinnen und Bestatter bei immer mehr Aufgaben entlasten.
Auch die Integration der bema Schnittstelle in Rapid Next ist bereits in Planung. Darüber hinaus investieren wir intensiv in den Ausbau digitaler Serviceangebote wie unseres Gedenkportals. Dort entstehen neue Möglichkeiten, Menschen miteinander zu verbinden, digitales Gedenken zu gestalten und mit Funktionen wie Spenden einen echten Mehrwert für Angehörige, Familien und die gesamte Trauergemeinschaft zu schaffen.
Entscheidend ist für mich aber nicht die einzelne Innovation. Entscheidend ist, dass alle Lösungen sinnvoll zusammenspielen und Bestattungshäusern ein durchgängiges, zukunftsfähiges Gesamtkonzept für Vorsorge, Bestattung und digitale Kundenbegleitung bieten.
Wie stellen Sie sicher, dass Daten jederzeit geschützt sind und gesetzliche Anforderungen eingehalten werden?
Christian Lang: Bestatter arbeiten mit besonders sensiblen Daten. Deshalb haben Datenschutz, Datensicherheit und Rechtssicherheit für uns höchste Priorität. Wir sorgen dafür, dass neue digitale Lösungen wie die bema Schnittstelle nicht nur komfortabel und effizient, sondern auch zuverlässig und vertrauenswürdig eingesetzt werden können. Denn Digitalisierung kann nur dann erfolgreich sein, wenn Bestatter und Familien sicher sein können, dass ihre Daten jederzeit in guten Händen sind.
Welches Zukunftsbild haben Sie für die Arbeit im Bestatterhandwerk in den nächsten drei bis fünf Jahren – und welche Rolle spielt der Verband dabei?
Torsten Lange: Bestatterinnen und Bestatter werden in Zukunft noch stärker als kompetente und vertrauenswürdige Begleiterinnen und Begleiter gefragt sein. Schon heute betrachten die Menschen unser Handwerk ganzheitlich und erwarten von uns Antworten auf so gut wie alle Fragen rund um den Tod. Diese Ganzheitlichkeit muss unser Handwerk aufnehmen und insbesondere in der Aus- und Fortbildung abbilden.
Ich sehe uns als Verband hier als wichtigen Ideengeber, Unterstützer und als Sprachrohr der Mitgliedsunternehmen in Politik und Öffentlichkeit hinein. Eine der zentralen Aufgaben wird auch in Zukunft die Qualitätssicherung für unseren Berufsstand sein: durch Ausbildung, Zertifizierungen und Meisterpflicht.
Christian Lang: Das Bestatterhandwerk wird seine traditionellen Stärken bewahren und gleichzeitig die Chancen der Digitalisierung konsequent nutzen. Persönliche Begleitung, Vertrauen und Empathie bleiben das Fundament unserer Branche. Digitale Lösungen werden aber viele Abläufe einfacher machen und besser miteinander vernetzen. Der BDB gibt dabei Orientierung, setzt wichtige Impulse und ist eine starke Stimme der Branche.
Als offizieller Digitalisierungspartner des BDB können wir gemeinsam mit dem Verband die Zukunft des Bestatterhandwerks aktiv gestalten, statt nur auf Veränderungen zu reagieren.
Kurz und knapp: Wofür stehen der BDB und Rapid Data – heute und in Zukunft?
Torsten Lange: Für Innovation, Verbindlichkeit und partnerschaftliche Zusammenarbeit.
Christian Lang: Und für ein Bestatterhandwerk, das Tradition und Menschlichkeit mit den Möglichkeiten der Digitalisierung verbindet.
Was sollten Bestatterinnen und Bestatter, die jetzt neugierig geworden sind, als nächstes tun?
Christian Lang: Informieren Sie sich über die neuen Möglichkeiten rund um das bema VorsorgePortal und die direkte Integration der finanziellen Vorsorge in Ihre Bestattersoftware. Gemeinsam mit dem BDB unterstützen wir Sie dabei, moderne Prozesse einfach und praxisnah in ihren Arbeitsalltag zu integrieren. Denn oft reichen schon wenige digitale Schritte, um mehr Zeit für Ihre Kunden und Ihr Unternehmen zu gewinnen.
www.rapid-data.de | www.bestatter.de
Das könnte Sie auch interessieren:

Wie KI die Branche wirklich verändert
Wie funktioniert künstliche Intelligenz? Wie kann sie mehr Zeit für Angehörige schaffen? Und warum ist eine KI, die direkt in die Bestattersoftware integriert ist, frei zugänglichen Systemen überlegen? Diese und andere Fragen beantwortet Rapid Data Geschäftsführer Christian Lang in diesem Beitrag.

5 Fragen an Willi Dussmann, Dussmann Bestattungen
Seit der österreichische Bestattermeister Willi Dussmann die kostenfreie Spendenfunktion auf seinen Gedenkseiten nutzt, bezeichnet er sich selbst als „eingetragener Fan“. Sein organisatorischer Aufwand hat sich deutlich reduziert und der Service wird mittlerweile aktiv nachgefragt. Im Interview spricht er über seine Erfahrungen und verrät seinen Praxis-Tipp zur schnellen Bekanntmachung der Spendenfunktion.

Gemeinsam erinnern, gemeinsam helfen: Das Gedenkportal mit Spendenfunktion
Wenn Anteilnahme mehr sein kann als liebe Worte: In Schweden wird bereits in 82 % der Sterbefälle über die Gedenkseiten der Bestattungshäuser im Rapid Data Gedenkportal gespendet. Was dort gelebter Standard ist, schafft die ab sofort fest integrierte Spendenfunktion nun auch in Deutschland und Österreich: einen würdevollen, sicheren Rahmen für gemeinsames Erinnern und Helfen.